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Haruki Murakami - Gefährliche Geliebte

Meine Meinung zu "Gefährliche Geliebte" ist recht zwiespältig.
Ich glaube nicht, dass die Geliebte Shimamoto sich ihrer Macht, die sie durchaus über Hajime hat, so bewusst ist.
Oder sie wirklich haben will.
Vielleicht spielt sie auch mit dieser Macht, aber das glaube ich nicht. Das würde irgendwie nicht zu dieser Figur passen, die so "zart", zerbrechlich, unnahbar und auch irgendwie unwirklich scheint.
"Gefährliche Geliebte" kann ein Beispiel sein, für einen Mann, der eine Frau liebt, aber das auch nur tut, weil sie unerreichbar scheint und er all seine Fantasien in sie projezieren kann, was sie auch unterstützt, da sie nie greifbar für ihn ist. Also ein Mann, der nur lieben kann, wenn er eine unerreichbare Frau dafür hat.
Oder aber es ist einfach ein Beispiel für eine Liebe, die wahrhaftig ist und einfach nicht vergessen werden kann. Von Mann und Frau.
Aber das wahrscheinlichste ist, dass es gar nicht um Liebe geht und es einfach um die sexuelle Anziehung und die Leidenschaft geht, die zwischen Hajime und Shimamoto besteht und dadurch aufrecht erhalten wird, dass Shimamoto sich so sehr Hajime entzieht.
Dass Hajime einfach nur das haben will, was er nicht (sicher) haben kann.
Eigentlich ist er bloss ein kindischer Egoist. Was Shimamoto ist, daran kann ich mich nicht mehr so recht erinnern oder ihre Motive bleiben im Dunkeln, viellleicht auch beides.

Es stellt sich jedem die Frage, was er von dieser Geschichte hält denke ich. Sie ist eine von diesen Geschichten bei denen man denkt, dass die Frage nach dem Sinn oder Motiven der Figuren eigentlich ganz einfach ist, aber jeder wird mit seinen Gedanken und Erfahrungen etwas anderes hinein lesen.
Wobei ich mir mal wieder die Frage stelle, warum Haruki Murakami so hoch gelobt wird. Ich mag seinen Stil sehr, aber irgendwie kann ich Frau Löffler auch verstehen, wenn sie von "Literarischem Fast Food" spricht, wobei ich das positiver ausgedrückt hätte.
Murakami kann man immer sehr gut und sehr schnell lesen, wie ich finde.
Klar, man muss irgendwie für ihn in der Stimmung sein, aber dann gehts ratz fatz und 100 Seiten fliegen nur so vorbei.
Vielleicht ist da wirklich ein wenig Zen in den Seiten: Die Einfachheit bewahren, die Sätze nicht mit zu viel Last überladen, aber dennoch so gute Bilder der Situationen und Gefühle malen. Ja, "Malen", denn irgendwie ist Murakami für mich immer bunt. Komich, da jabe ich bisher nie darauf geachtet, ich muss mal aufpassen, ob er wirklich viel von Farben erzählt, oder ob das einfach nur an der Art liegt, wie er schreibt.
Gestern habe ich eine schöne Formulierung gehört für Murakami-Bücher: "Eine gute gehaltvolle Suppe, aber irgendwie nur Suppe."
Man hat das Gefühl, indem man ein Murakami-Buch gelesen hat, hat man was Gutes für sich getan, aber irgendwie fragt man sich, was man Gutes für sich getan hat und vorin das eigentlich bestand.
Aber vielleicht ist dass ja der Witz an Murakami. Zen-Buddhisten mögen Witze ja wahnsinnig gern.
29.1.08 16:50


Neal Stephenson - SnowCrash

I know. That's exactly the problem. Ninety-nine percent of everything that goes on in most Christian churches has nothing whatsoever to do with the actual religion. Intelligent people all notice this sooner or later, and they conclude that the entire one hundred percent is bullshit, which is why atheism is connected with being intelligent in people's minds
Chapter 8 (Juanita talking with Hiro)
27.1.08 16:58


Style is King!

"Matrix bestätigt, was manche von uns tief in der allergeheimsten blutroten Kammer unserer pochenden Herzen schon immer gewusst - und gefürchtet - haben. Stil ist das Einzige, was zählt. Und war es schon immer. Und wird es auch immer sein."

Hier haben wir die Wahrheit! Der Film "Matrix" war damals kein großer Erfolg wegen seiner tollen Küchenphilosophie oder weil Keanu Reeves so ein guter Schauspieler war..."Matrix" wurde es, weil den Hauptdarstellern schwarz so gut gestanden hat und sie mit ihren hübschen Waffen in den Händen großartigstes Sterbebalett vollführten.

Heute schlägt Style Philosophie und Moral, es ist eine Art sein Leben zu definieren. Zeig mir was Du trägst und ich sage Dir wer Du bist. Oder zumindest, wer Du sein willst oder wie Du Dich selbst siehst. Schon die Wahl "Schwarzer Mantel oder nicht?" Definiert für den Betrachter die Persönlichkeit des Trägers, wobei auch die Art der Wahl entscheidend ist: Schwarzer Kutschermantel = Gothic, schwarzer Wollmantel = Bwl-Student o.ä.

Ein Blick genügt für eine rasche Kategorisierung, manche beherrschen diese Kunst so gut, dass sie an der Art und Farbe der Schnürsenkel noch Rückschlüsse auf das Wesen des Trägers ziehen können. Allgemein bekannte Codes und Symbole der Marken haben sich etabliert, aber auch weniger bekannte innerhalb von Subkulturen und abseits des Mainstreams. Irgendwann hat irgendwer mal aus bestimmten Gründen angefangen aus bestimmten politischen Gründen ein "Pallituch" zu tragen, ein anderer einen Lonsdale-Pulli und innerhalb seiner politischen Gruppe haben alle verstanden, dass er etwas damit ausdrücken wollte. Klamotten sind ein Träger für die eigene Weltanschauung geworden. Wie ein sorgsam angelegtes Profil zur eigenen Person trägt man es immer für alle sichtbar (wenn auch nicht immer für alle verständlich) mit sich herum. Wenn die unbekannten Codes einer bestimmten Gruppe dann sogar durch die Mode vielleicht zu Mainstream werden, dann können mehr Menschen diese Codes verwenden oder sie verlieren ihre Bedeutung durch diese Ausschlachtung des Kommerzes.

Individualisten oder Gruppen mit Anspruch auf einen Platz außerhalb des Mainstreams müssen hart daran arbeiten sich diesen Platz zu behaupten, in einer (Mode-)Welt, die nach diesen Codes aus den Subkulturen dürstet, um ihren eigenen Massenproduktionen den Anschein von Leben bzw. Individualität einzuhauchen. Andere, die nur dem neuesten Hype hinterherrennen müssen sich nur bedienen. Hier steht schon die erste Entscheidung: Renne ich hinterher oder presche ich vor? Auch damit kann man schon deutlich nach außen hin zeigen, als was für eine Art von Person man sich sieht und sich in diesem Umfeld weiter definieren.

Aber wie weit sind solche Einteilungen wirklich aussagekräftig? Sei es aus der Sicht des Betrachters, der versucht sein Gegenüber einzuschätzen oder aus der Sicht des Trägers, der damit seine Sicht auf sich selbst für Andere schnell erkennbar machen will. Und wie entzieht man sich all dem?

25.1.08 00:02


Primus inter pares

"Eine strenge und unumstößliche Regel, was man lesen sollte und was nicht, ist albern. Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten."

Recht hast Du, mein lieber Oscar Wilde! Man glaubt nicht in welchen Büchern man erleuchtende Wahrheiten finden kann. Das Buch wird immer etwas mystisches behalten, denn hier werden Gedankenwelten, ganze Leben auf eine praktische handliche Form zusammengestaucht und man kann sie einfach wieder in seinem eigenen Kopf lebendig werden lassen, indem man sie einfach liest.

Das geschriebene Wort als Gedanken, die von jedem, der sie lesen kann, nachempfunden werden können, haben etwas sehr persönliches. Wann hat man schon mal die Möglichkeit etwas so eigenes wie die Sorgen, Wünsche und Nöte eines anderen Menschen direkt in seinem Kopf zu haben? Mitunter finden diese fremden Ideen eine direkte Verbindung zu eigenen Gedanken und Ideen und sie bleiben eingebrannt in den eigenen Geist. Man "bekommt etwas nicht mehr aus dem Kopf" und so verbreiten sich bestimmte Ideen durch das geschriebene Wort wie ein Virus. Sie sprechen viele Menschen an, weil es vielleicht doch etwas wie grundlegende Wahrheiten gibt, die jeder versteht, denen jeder zustimmen kann, die ein leichtes Nicken beim Leser verursachen, wenn er diesen Gedanken liest.

Das Medium, die geschriebene Sprache wandelt sich zwar, aber es bleibt doch immer noch das stärkste Werkzeug, um eigenes Gedankengut direkt in andere Menschen zu projizieren. Der erste Quantensprung in der Entwicklung der geschriebenen Sprache war Gutenberg mit seinem Buchdruck, jetzt ist es das Internet.

Beim Buchdruck war die Revolution, dass plötzlich jeder ein Buch haben konnte, heute ist die Revolution, dass in wenigen Jahren das Internet von einem Spielplatz für Computerfreaks zu einem Massenmedium wurde. Ideen für die Massen.
25.1.08 00:01


· 2008 ·



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